Chronik_2

22. März 2010

Es gab viele mögliche Gründe für dieses nicht überzeugende Wertungsspiel u.a. die seit 1989 nur noch einmal in der Woche stattfindende Probe, viele Jungmusiker im Orchester, möglicherweise auch die Auswahl der Wertungstücke, aber besonders erstmals auch die mit 3 Wertungsrichtern besetzte Jury, die professionelle Maßstäbe nach den überarbeiteten Richtlinien für die Bewertung anlegte. Besonders diesen Punkt griff Dirigent Himmel auf und stellte sich vor die enttäuschten Musiker und Musikerinnen. Die Enttäuschung über das verpatzte Wertungsspiel im Juni waren bereits verarbeitet, als man anfangs Juli 1991 zu einem dreitägigen Besuch der Blaskapelle Schwardtländer Herbern nach Herbern aufbrach, um mit den einst von Erich Weber, 2. Bürgermeister der Stadt Ebern, hergestellten Kontakten, drei ereignisreiche Tage u.a. mit Blasmusik aus Bayern beim Schützenfest in Herbern zu feiern. Nach über eineinhalbjähriger Bauzeit konnte im August 1991 mit dem 1. Braugassenfest die Einweihung des neuen Probenheimes, dem umgebauten Brau- und Sudhaus gefeiert werden. Den kirchlichen Segen erteilten für die beiden Konfessionen die Geistlichen Dr. Otmar Einwag und Joachim Kloß. Als Vertreter der Stadt begrüßte Interimsbürgermeister Erich Weber die zahlreichen Gäste. Er zeichnete die Geschichte des Gebäudes nach, das 1734 als Scheune erbaut und 1845 von der Stadt erworben worden war. 125 Jahre hatte dann das Haus als Brau- und Sudhaus gedient. Trotzdem hatte sich die Aufrechterhaltung der Hausbrautradition für die Stadt nicht mehr gelohnt, und der letzte Braumeister, der „Drummer Schorsch“, setzte ab 1970 keinen Sud mehr an. Zum Schluss bis 1988 hatte das Haus die Tiefkühlanlage der Gefriergemeinschaft beherbergt und war zudem als Abstellraum der Stadt genutzt worden. Über andere Nutzungen war immer wieder nachgedacht worden, doch erst im Zusammenhang mit der geplanten Erweiterung des kirchlichen Kindergartens fasste man im Jahre 1989 konkrete Nutzungspläne, als durch den Beschluss des Stadtrates, den „Alten Sommerkindergarten“, der seit 1981 dem Musikverein als Probendomizil diente, dem Träger des Katholischen Kindergartens zur Verfügung zu stellen. Fördermittel der Regierung von Unterfranken zur Altstadtsanierung aber auch Eigenleistungen des Musikvereines ermöglichten es, die Mittel aus dem städtischen Haushalt zum Umbau des unter Einzeldenkmalschutz stehenden Gebäudes in Grenzen zu halten. Architekt Zapf übergab den „Hausschlüssel“ an Interimsbürgermeister Erich Weber, der ihn anschließend an den künftigen „Hausherrn“ und Vorsitzenden des Blasorchesters Ebern, Fritz Hagel weiterreichte. Auch Friedel Heusinger, stellvertretender Kreisvorsitzender des Nordbayerischen Musikbundes, überbrachte Grüße und beglückwünschte den Verein zum gelungenen Wechsel. „Das ist einer meiner schönsten Tage als Vereinsvorsitzender“ bekannte Fritz Hagel und schloss in seinen Dank besonders die Erbringer der Eigenleistungen des Vereines ein. „Das ist nun das dritte Probenheim seit Gründung des Blasorchesters Ebern, und wir hoffen alle, lange bleiben zu können“ schloss der Vorsitzende. Im Anschluss spielten die Eberner Musiker und die Patenkapelle aus Kraisdorf zum 1. Gassenfest vor großem Publikum auf, dass fortan das jährliche Sommerfest im Alten Rathaus ablösen sollte. Aus zahllosen Bewerbern erhielt zum dritten Male nach 1986 und 1988 das Blasorchester Ebern für die Teilnahme am Schützen- und Trachtenzug anlässlich des Oktoberfestes im September 1991 den Zuschlag. Der berühmte und weltweit bekannte Schützen- und Trachtenzug kann sich auf die am weitesten zurückreichenden Wurzeln – nämlich auf das Jahr 1835, dem Festzug anlässlich der Silberhochzeit von König Ludwig I und Therese von Bayern – berufen. Besonders begehrt sind die reservierten Plätze bei den Zugteilnehmern in einem der Festzelte auf der „Wies’n“, die den Musikern aber auch den Begleitern in Anbetracht des in Strömen laufenden Gerstensaftes manch schweren Kopf auf den Heimfahrten bescherten. Als regelmäßige Mitgestalter im jährlichen Eberner Faschingsreigen beim Festzug aber auch als Veranstalter des Rosenmontagsballes fanden das Blasorchester Ebern und auch die Jugendblaskapelle Unterpreppach Beachtung unter den Eberner Narren. Aus den Händen des Kulturringvorsitzenden Paul Fuchs erhielten die beiden Vorsitzenden Fritz Hagel und Paul Büttner am 11.11. 1991 den Eberner Faschingsorden. Im März 1992 standen die Vorstandsneuwahlen für die nächsten 3 Jahre an. Nachdem als einziger Kandidat für den 1. Vorsitzenden Fritz Hagel wieder vorgeschlagen wurde, gab dieser zu bedenken, dass er nunmehr 70 Jahre alt sei und es an der Zeit wäre, sich über seine Nachfolge Gedanken zu machen. Nach reger Diskussion fasste der stellvertretende Vorsitzende Thomas Heim die vorgetragenen Argumente zusammen, man könne dies in den kommenden Jahren in Angriff nehmen, im Moment aber dazu keine Not sei. Unter dem Beifall der Versammlung sorgte Fritz Hagel dann mit seinem „Jawort“ für Aufatmen, um für weitere drei Jahre das Ruder beim Blasorchester Ebern zu führen. Der alte und neue Vorsitzende verabschiedete mit herzlichen Worten Karin Hegen, die als Kassiererin 12 Jahre und in der Vorstandschaft 3 Jahre treue Dienste an verantwortlicher Stelle im Verein getragen hatte und für dieses herausragende Engagement vor großem Publikum dann beim Frühjahrskonzert Ende März aus den Händen vom Kreisvorsitzenden des NBMB, Werner Höhn, die Silberne Ehrennadel mit Urkunde für 15 Jahre Tätigkeit im Verein ausgezeichnet wurde. Die gutnachbarlichen Beziehungen zur Jugendblaskapelle Unterpreppach kamen in Taten zum Ausdruck, als man den ehrenvollen Auftrag, am 20. Juni 1992 den Festkommers anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Jugendblaskapelle Unterpreppach zu spielen, verbunden mit 110 Jahre Blasmusik in Unterpreppach, gerne übernahm und einen Tag später den Festzug anführen durfte. Am letzten Wochenende im Mai des gleichen Jahres war das Blasorchester Ebern Teilnehmer am 40-jährigen Bestehen des Nordbayerischen Musikbundes an seinem Gründungsort, der Stadt Bamberg, im Rahmen des 1. Internationalen Blasmusikfestivals, zusammen mit über 6000 Bläsern aus 22 Nationen. Big Band Sound, Konzertantes, Marsch- und Kammermusik von über 200 Kapellen, Orchestern und Spielmannszügen verwandelten die Stadt in eine klingende Bühne. „Die Blasmusik ist aus dem Schatten des Bierzeltes getreten“ stellte Dr. Adolf Eichenseer, der Präsident des Nordbayerischen Musikbundes zusammenfassend fest. Der musikalische Höhepunkt dieses Festes war das internationale Galakonzert am Samstag im Kulturraum des Dominikanerbaues in der Altstadt, wobei von den mitwirkenden Klangkörpern besonders das Staatliche Russische Blasorchester musikalische Glanzlichter setzte und frenetisch bejubelt wurde. Auch das Nordbayerische Jugendblasorchester konnte im Rahmen dieses Konzertes Kontrapunkte setzen. Am Sonntag formierten sich 176 Kapellen und Spielmannszüge zu einem bunten Festzug durch die Bamberger Alt- und Innenstadt, darunter an 18. Stelle auch das Blasorchester Ebern, das bereits am Freitagnachmittag am Gabelmann mit einem einstündigen Platzkonzert seinen Beitrag an diesem viertägigen Bläserspektakel leistete. Nicht zu vergessen sind die Teilnahmen des Blasorchesters am Marschmusikwettbewerb und am Wertungsspiel, wo die Musiker in der Oberstufe nach Bad Königshofen im Vorjahr wiederum „nur“ einen 1. Rang im Wertungsspiel unter Dirigent Gerhard Himmel hinnehmen mussten und sich somit doch eine Formkrise eingestehen mussten. Im Juni 1992 trat man erneut und mit großer Motivation beim Bundesbezirksmusikfest in Mechenried beim Wertungsspiel in der Oberstufe und dem Marschmusikwettbewerb an. Kein geringerer als der Präsident des NBMB, Dr. Adolf Eichenseer, wohnte dem Wertungsspiel als Zuhörer persönlich bei. Im Ergebnis konnte dieses Mal ein 1. Rang mit Belobigung und somit die Rückkehr zu gewohnten Bewertungen gefeiert werden, was eine Bestätigung für die intensivierten Proben war und eine Steigerung des angekratzten Selbstwertgefühles für die Aktiven mit sich brachte. Im August 1992 erreichte die Vorstandschaft die Nachricht vom Tod des ehemaligen Gründungsmitgliedes, Ausbilders und ersten Dirigenten Michael Kreier, während man im September anlässlich seines 80. Geburtstages zusammen mit der Jugendblaskapelle Unterpreppach und der Blasmusik Kraisdorf, dem ehemaligen Dirigenten Josef Thein klingende Grüße überbrachte. Im März 1993 hatte das Blasorchester wieder zum jährlichen Frühjahrskonzert in die Aula der Hauptschule Ebern eingeladen. Als Gäste wirkten neben dem Gesangverein Eyrichshof in diesem Jahr der Musikverein Dankenfeld mit. Der ganz besondere Reiz dieses Abends waren der „himmlische“ Auftritt von Vater und Sohn, Dirigent Friedrich Himmel auf Dankenfelder Seite und Dirigent Gerhard Himmel auf Eberner Seite, wobei sich 2. Vorsitzender Thomas Heim in seinem Schlusswort auf keinen Sieger festlegen wollte. Anfang Mai 1993 konnten die Eberner Musiker einen bunten Frühlingsstrauß als Gast des Musikvereines St. Kilian in Pfarrweisach in der vollen Turnhalle mitservieren. Bei dieser Gelegenheit heimsten die Eberner Gäste unter Dirigent Gerhard Himmel ein besonderes Lob vom ehemaligen Vorsitzenden des Pfarrweisacher Musikvereines Gerhard Hufnagel und dem Vorsitzenden Hans Weiglein ein, die beide die herausragende Stellung der Eberner Musiker in der Region aufgrund der an diesem Abend gebotenen Leistung unterstrichen. Im gleichen Monat noch, nämlich am 22. und 23. Mai 1993 folgte das Blasorchester der Einladung der befreundeten Alstertaler Musikanten aus Wasmuthhausen, wo man im Rahmen der gutnachbarlichen Beziehungen wie ein Jahr zuvor in Unterpreppach, zum 25-jährigen Jubiläum der Alstertaler mit der musikalischen Gestaltung des Kommersabend und der Teilnahme am Festzug seinen Teil beitragen konnte. Im Reigen der zahlreichen Festveranstaltungen auf Kreisebene darf die Teilnahme am Festzug zum 20-jährigen Bestehens des Musikvereines Stettfeld im Juni 1993 nicht vergessen werden, wo man am Sonntag morgen zum Frühschoppen im Festzelt aufspielte und anschließend am Festzug teilnahm, aber den Rahmen eines BBMFes nicht für eine Teilnahme am Konzertwertungsspiel für einen Leistungsnachweis nutzte. Einen Monat später, anfangs Juli 1993 trug man den instrumentalen Teil zum Gelingen der 150- Jahrfeier des Gesangvereines Ebern 1843 bei. An den Bodensee zog es bei einem zweitägigen Ausflug das Blasorchester Ebern am 24. und 25. Juli 1993. Anlas war eine Einladung des Musikvereines Roggenbeuren zu seinem Sommerfest. Die Eberner wurden höchstpersönlich von Dirigent Bruno Baumgartner empfangen und nach einem gemeinsamen Frühstück besuchte man zusammen mit dem herbeigeeilten Vorsitzenden Alfons Schmittbauer mit dem Schiff bei herrlichstem Sommerwetter die Insel Mainau. Am Abend stand das Immenstaader Sommerfest auf dem Programm, wo man einen geselligen Abend mit Stimmung und musikalischen Fachsimpeln mit den Musikern des Musikvereines Roggenbeuren verbrachte. Am Sonntagmorgen gestaltete das Blasorchester den Frühschoppen des Sommerfestes in Roggenbeuren. Beim Abschied bedankte sich der 1. Vorsitzende Fritz Hagel für diese Gegeneinladung aufgrund des Besuches und Auftrittes der Roggenbeurer Musiker anlässlich des 30-jährigen Jubiläums im Jahre 1990 in Ebern und sprach die Hoffnung aus, dass die Beziehungen nicht abreißen mögen. Aus den jährlichen Rhythmus der Veranstaltungen sind die 25. IVV – Wandertage im Oktober 1994 hervorzuheben. Schirmherr Rolf Feulner, 1. Bürgermeister der Stadt Ebern, sprach dem Vorstand des Vereines Fritz Hagel und den Verantwortlichen der Wanderabbteilung, Geo Müller und Josef Einwag seine Anerkennung für die dadurch geleistete gesellschaftliche Arbeit aus. Über 2 Jahrzehnte hätten die Eberner den Wandertagen die Treue gehalten und zählten zu den wenigen der Bewegung in Franken, die von Anfang der Wandertage an dabei sind, in einer Sportart, in der keine Sollzeiten verlangt würden und man somit immer wieder zufriedene Menschen bei den Wanderungen erleben könnte, die ihre nähere Heimat auf Schusters Rappen erschließen. Im Namen des Deutschen Volkssportverbandes IVV überreichte der Bezirksvorsitzende Ewald Wachter dem Jubelverein eine Urkunde mit Erinnerungsteller. Aus den Weihnachtskonzerten der vergangenen Jahre ist das Weihnachtskonzert in Rentweinsdorf im Dezember 1994 besonders herauszuheben. Wie in vielen Jahren zuvor stellten die Aktiven des Blasorchesters Ebern die Spenden eines der beiden Weihnachtskonzerte auch in diesem Jahr für einen weiteren guten Zweck neben der Aufrechterhaltung der Patenschaften für Kinder der dritten Welt zur Verfügung. Die runde Summe 1300 DM als Reinerlöses konnte Klaus Heim, einem ehemaligen Musiker des Blasorchesters Ebern zur Verfügung gestellt werden. Klaus Heim wirkte zu diesem Zeitpunkt bereits ein Jahr als Diakon im Auftrag der Rummelsberger Anstalten für die Evangelische Kirche in Tansania/ Afrika, wo er im Rahmen eines Projektes körperbehinderten Kindern eine handwerkliche Ausbildung vermitteln soll. Die Freude und der Dank für diesen unverhofften Spielraum zur Anschaffung besonderer Arbeitsgeräte und Werkzeuge war bei Klaus Heim besonders groß. In einem Dankesbrief an das Blasorchester Ebern brachte der ehemalige Musiker seine Überzeugung über die segensreiche Wirkung dieser Spende zum Ausdruck. Das Vereinsjahr 1995 löste im März bei den Neuwahlen in der Jahreshauptversammlung die Weichenstellung für die nächsten 3 Vereinsjahre. Fritz Hagel wurde erneut als 1. Vorsitzender, nun zum fünften Male im Amt bestätigt, was von den Anwesenden Mitgliedern und Vorständen mit Erleichterung aber auch höchster Anerkennung bedacht wurde. Gleich zweimal traten die Musiker im Frühjahr 1995 in der Aula der Hauptschule Ebern zum Konzert an. Während man bei der eigenen Veranstaltung den Gesangverein Eyrichshof und die Haßbergkapelle aus Kirchlauter als Gäste begrüßen konnte, war man Anfang Mai erstmals Gast im „eigenen Haus“ beim ersten Frühlingskonzert des Jugendblasorchesters aus Unterpreppach. Im Juli des gleichen Jahr stellte man sich wieder einmal den Wertungsrichtern beim Bundesbezirksmusikfest in Trunstadt beim Wertungsspiel und im Marschmusikwettbewerb, wo man in der Oberstufe einen 1. Rang mit Belobigung und einen 1. Rang mit Auszeichnung erreichen konnte. Im Ergebnis bestätigte sich damit die selbst vorgegebene Selbsteinschätzung des eigenen Leistungsstandes durch den Orchesterkörper und Dirigent Gerhard Himmel mit einem berechtigten Platz in der Oberstufe. Der August 1995 brachte eine Einladung des Patenvereines, der Blasmusik Kraisdorf, wo man das 25-jährige Bestehen des Vereines musikalisch mitfeierte. Zu einem Benefizkonzert in den Marktgemeindesaal Rentweinsdorf lud die „Lebenshilfe Unterpreppach“ im März 1996, dem man sich in der Vorstandschaft des Blasorchesters nicht versagen konnte. Die abendfüllende Veranstaltung vor ausverkauftem Saal wurde zusammen mit der Bläsergruppe der „Lebenshilfe Haßfurt“ unter Leitung von Konrektor Anton Schubert gestaltet, die aus Schülern der Sonderfachschule Sylbach besteht. Die musikalischen Lücken wurden von Wilhelm Wolpert in fränkischer Mundart mit seinen hintersinnigen und humorvollen „Geschichtli“ ausgefüllt und ließen den Abend zu einer gelungen Veranstaltung werden, deren Erlös den Kapitalgrundstock für den benötigten mittleren Autobus bilden soll. Nach 1995 gestaltete man auch im Mai des Jahres 1996 als Gast zusammen mit der Jugendblaskapelle Unterpreppach, dieses mal im Kantinensaal der Fahrzeugtechnik Ebern, einen musikalischen Abend unter dem Motto: „Mit Blasmusik und Swing in den Frühling“. Der letzte Abschnitt dieses Abends ließ mit der Heinz Wolff Big Band, der Band des Unterpreppacher Dirigenten Heinz Wolff, Erinnerungen an das musikalische Amerika vor 50 Jahren Revue passieren. Noch im gleichen Monat konnte das Blasorchester Ebern ein regionales Jubiläum in Ebern musikalisch umrahmen.

1996 1. Vors. Fritz Hagel (1983 – 1998) erhält zum 75. Geburtstag die Goldene Vereinsnadel und wird 1998 Ehrenvorstand

1996 1. Vors. Fritz Hagel (1983 – 1998) erhält zum 75. Geburtstag die Goldene Vereinsnadel und wird 1998 Ehrenvorstand

100 Jahre Eisenbahn in Ebern an der Strecke Bamberg – Maroldsweisach weckten bei vielen Besuchern im Festzelt am Eberner Bahnhof Erinnerungen aus der Kindheit, als man einen ganzen Tag bei der nostalgischen Fahrt mit dem Dampfzug und der zischenden und fauchenden Dampflokomotive durch das Baunachtal in längst vergangene Zeiten zurückversetzt wurde. Der Juli 1996 war von einer schmerzlichen, wenn auch nicht unerwarteten Nachricht mit zunächst unübersichtlichen Folgen für die Vorstandschaft und die Aktiven des Blasorchesters Ebern gekennzeichnet. Dirigent Gerhard Himmel, seit April 1990 Dirigent in Ebern, hatte mit seinem Dienstantritt als Musiklehrer an der Staatl. Realschule Kaufbeuren nur noch am Wochenende Zeit zur Verfügung, was bestenfalls als Notlösung für eine Übergangsfrist bis zur Installation eines neuen Dirigenten Sinn machte. Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen einen geeigneten Dirigenten zu finden gelang es Vorstand Fritz Hagel, den ehemaligen Dirigenten Werner Höhn für die Leitung für eine Übergangsphase zu gewinnen, der schließlich im März 1997 das Amt als Dirigent in Ebern nach 9 Jahren zur Freude und Erleichterung von Vorstand und Aktiven doch wieder ganz übernahm. Ende September 1996 besuchte man zum vierten Male als aktiver Teilnehmer den Trachten- und Schützenzug am Oktoberfest. Wie in den Jahren zuvor, lockten trotz des 7 km langen Festzuges durch die Münchner Innenstadt vor über 250 000 Zuschauern die für die teilnehmenden Vereine am Oktoberfestzug in einem der Festzelte reservierten Plätze auch in diesem Jahr wieder, so dass es zu diesem Anlas nie einen Mangel an Musikern und Musikerinnen beim Blasorchester Ebern gab, die den Trubel der weltweit bekannten „Wies’n“ erleben wollten. Die Eberner liefen dieses Mal an den Kameras des Ersten Deutschen Fernsehens mit der Startziffer 34 vorbei. Am 21. Oktober 1996 feierte 1. Vorstand Fritz Hagel seinen 75. Geburtstag, zu dessen Empfang im Probenheim auch die erweiterte Vorstandschaft geladen war. Nicht fehlen durfte natürlich das kleine Standkonzert der Musiker und Musikerinnen, die gleichfalls zum Umtrunk eingeladen waren. 2. Vorstand Theo Lerche verlieh bei dieser Gelegenheit an Fritz Hagel die selten verliehene Goldene Ehrennadel des Vereines aufgrund seiner besonderen Verdienste. Damit würdigte auch das Blasorchester auf seine Weise Verdienste des Vorsitzenden im Nachgang zu der um die Jahreswende 1995/ 1996 verliehenen Bürgermedaille der Stadt Ebern, in deren Laudatio das 25- jährige Engagement im Musikverein einen tragenden Anteil hatte. Aus dem Rahmen der Saisonplanungen ragte im Frühjahr 1997 die Geburtshilfe des Blasorchesters für das Kreisorchester Haßberge des NBMB heraus. Der alte und neue Dirigent des Blasorchesters Ebern, Werner Höhn, griff für die Gründung als Initialzündung die Anfrage zum musikalischen Rahmen der Feierlichkeiten des 25. Geburtstages des Landkreises Haßberge auf, der aus der Bayerischen Gebietsreform 1972 entstand, um diesen Musikkörper ins Leben zu rufen und um ihn fortan auch als Kreisdirigent zu übernehmen. Die Zielsetzung dabei war, ein Auswahlorchester aus den über 50 Musikvereinen des Kreises Haßberge im NBMB Bezirk Unterfranken zu formen, dass öffentlichen Anlässen auf Kreisebene einen entsprechenden Rahmen geben konnte. Zahlreiche Eberner Akteure bildeten den Stamm der Musiker aus anfänglich 16 Musikvereinen, was sich bis heute nicht wesentlich verändert hat. Im Mai 1997 gestaltete das Blasorchester Ebern auf Einladung der Blasmusik Pfaffendorf mit der Teilnahme am Festzug das Jubiläum „50 Jahre Blasmusik in Pfaffendorf“. Noch im gleichen Monat trat man wieder einmal beim Wertungspiel des NBMB in Wildflecken an, wo man in der Oberstufe einen 1. Rang mit Belobigung erspielte. Die Wertungsrichter erkannten den Eberner Klangkörper als leistungsfähige, homogen klingende Musiziergemeinschaft an, jedoch fiel eine bessere Bewertung dem etwas zu lautstarken Vortrag der Wertungsstücke zum Opfer. Die Wertungsrichter ließen in ihrem Bericht keine Zweifel an einem möglichen weiteren Leistungsanstieg, wenn die vielen Jungmusiker integriert werden können. Wie bereits 5 Jahre zuvor, erfuhr das Blasorchester Ebern am 07. Juni 1997 zum 25-jährigen bestehen der benachbarten und befreundeten Jugendblaskapelle aus Unterpreppach im Rahmen eines Kreismusikfestes wiederum den mit Freude angenommen Auftrag, den Festkommers gestalten zu dürfen, um einen Tag später als Mitglied des Festzuges in Form eines Sternmarsches verschiedener Kapellen zum Festplatz der Jubilarin die gebührende Ehre zu erweisen. Anfang Juli 1997 hatte der Bürgerverein Ebern im Veranstaltungszyklus zu seinem 100 jährigen Bestehen die Eberner Bürger zur Serenade mit dem Blasorchester in die Karl-Hoch Anlage eingeladen, die sich für einige Stunden in einen „klingenden Park“ verwandelte. Am Denkmal von Karl Hoch hatte sich eine stattliche Anzahl von Bürgern in lauer Abendstunde eingefunden, wo Ingo Hafenecker, der Vorsitzende des Bürgervereines, zwischen den Klängen der Musik Stationen aus dem Leben des 1917 des nach Ebern gekommenen und äußerst verdienstvollen Bürgers um Ebern, skizzierte. Vom 17. bis 19. Oktober 1997 feierten in Innsbruck/ Tirol über 230 Blaskapellen das 50-jährige Gründungsfest ihres Blasmusikverbandes. Unter den 8000 österreichischen Musikern befanden sich 8 Musikkapellen aus dem benachbarten Ausland, darunter das Blasorchester Ebern als einer der Repräsentanten des Nordbayerischen Musikbundes. Im Rahmen seines zweitägigen Aufenthaltes gab das Blasorchester Ebern in den Hallen der 3. Innsbrucker Musikmesse ein Konzert, wobei unter den Zuhörern Altbürgermeister Brandl, Vorstand und Dirigent der Bundeskapelle aus der Partnergemeinde Straß im Zillertal den Eberner Musikern Beifall zollten. Mit einem Sternmarsch von über 8000 Musikern in ihren farbenprächtigen Trachten durch Innsbruck zogen die Musiker zum Messegelände, um den prominenten Präsidenten EU Kommissar Dr. Franz Fischler und dem österreichischen Bundespräsidenten Dr. Thomas Klestil als Schirmherrn vor Tausenden von Zuschauern ihre musikalischen Glückwünsche zu überbringen. Das Vereinsjahr 1998 sollte eines der ereignisreichsten seit dem Bestehen des Vereines aus werden, leider nicht nur im positiven Sinne. Das waren zum einen die Neuwahlen der Vorstandschaft, die Teilnahme des Blasorchesters Ebern an der 41. Steubenparade in New York/ USA am 19. September 1998 und zum anderen die 29. und letzte IVV-Veranstaltung der Wanderabteilung. Erst im April fand in diesem Jahre die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen statt. Fritz Hagel stellte sich für eine erneute Kandidatur nicht mehr zur Verfügung und überreichte nach 15 Jahren Regentschaft sein Amt als Vorsitzender symbolisch in Form des Schlüssels des Musikheimes an seinen Nachfolger Theo Lerche. Gerade, mit klaren Worten und ohne große Umschweife verabschiedete er sich als 1.Vorsitzender und wünschte dem Orchester für die Zukunft viel Erfolg. Als Vertreter des Nordbayerischen Musikbundes und als Kreisdirigent zeichnete Werner Höhn den scheidenden Vorsitzenden Fritz Hagel für 15 Jahre ununterbrochene Tätigkeit als Vorstand mit der silbernen Ehrennadel des Musikbundes aus. In seiner Laudatio ließ Werner Höhn, der die Hälfte dieser Zeit als Dirigent in Ebern wirkte, die Jahre von 1983 bis dato Revue passieren. Auch der neue Vorstand Theo Lerche zeigte die wesentlichen Stationen des Vereinswerdeganges von Fritz Hagel auf, dessen Wirken an erster verantwortlicher Stelle im Ausschuß im Jahre 1973, also vor 25 Jahren begann, um dann mit der Übernahme des Vorsitzes im Jahre 1983 das Vereinsschiff für die nächsten 15 Jahre in der bisher längsten Vereinsregentschaft durch Wind und Wetter steuerte. Besonders sind sein Engagement um das neue Vereinsheim in der Braugasse herauszuheben. Theo Lerche würdigte die Leistungen von Fritz Hagel, der ein Jahr zuvor aufgrund seiner Verdienste bereits die Bürgermedaille der Stadt Ebern zugesprochen erhalten hatte, mit der Ernennung zum Ehrenvorstand. Wenige Wochen später, noch im April 1998 verstarb der erste Ehrenvorsitzende des Blasorchesters Ebern, Ottmar May nach langer Krankheit. Das Blasorchester Ebern verlor damit schlechthin einen der Väter des Vereines, der am längsten die Geschicke und den Werdegang des Blasorchesters mitbestimmte. Am offenen Grabe würdigte der neue Vorstand Theo Lerche die Leistungen von Ottmar May: Bereits zwei Monate nach Vereinsgründung trat er zu Jahresbeginn 1961 dem jungen Verein bei, um zunächst als Beisitzer, anschließend als langjähriger 2. Vorsitzender von 1965 bis 1977 und großzügiger Gönner des Vereines, diesen dann von 1977 bis 1883 selbst als Vorsitzenden zu leiten.

998 USA-Reise – Steubenparade in New York – 1. Vors. Theo Lerche (ab 1998 -) mit dem Erinnerungsgeschenk der Stadt New York – erhalten von OB Rudolph W. Guiliani am 18.09.1998

998 USA-Reise – Steubenparade in New York – 1. Vors. Theo Lerche (ab 1998 -) mit dem Erinnerungsgeschenk der Stadt New York – erhalten von OB Rudolph W. Guiliani am 18.09.1998

Seine Verdienste spiegelten sich in der von ihm im wesentlichen über den Musikverein begründeten Partnerschaft der Stadt Ebern zur Gemeinde Straß im Zillertal in Östereich und Vereinsveranstaltungen in Ebern wider, die in Form der selten verliehenen Auszeichnungen – wie die Vereinsehrennadeln in Silber und Gold, Goldene Ehrennadel des NBMB als auch in der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden 1985 – zum Ausdruck kamen. Der Name Ottmar May war schlechthin ein Synonym für den Musikverein Blasorchester Ebern 1960 und wird es für die Dauer seines Bestehens bleiben. Im Juni 1998 konnte das Blasorchester nach 1989 einen Europatag der Musik, dieses Mal in Bad Brückenau im Rahmen des Stadtfestes und die 750-Jahr-Feier der Stadt Neustadt b. Coburg musikalisch mitgestalten. Unter der Regie des Bayerischen Musikrates, dem Landesverband Singen und Musizieren in Bayern, mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Wissenschaft und Kunst wurde die Programmgestaltung zusammen mit dem Bayerischen Rundfunk durchgeführt, so dass die Vorträge des Blasorchesters fachgerecht auf Tonträger aufgenommen werden konnten und die an diesem Tag zu Gehör gebrachten Titel für die wenige Monate später gebrannte CD des Blasorchesters übernommen werden konnten. Beim Auftritt in Neustadt bei Coburg stellten annähernd 50 bunte Kostümgruppen des Festzuges Szenen aus den wichtigsten Zeitabschnitten des Werdeganges der Stadt dar, wobei das Blasorchester den vierten von 14 Blöcken des Festumzuges musikalisch anführte und anschließend ein Standkonzert im Stadtkern vor großem Publikum gab. Noch im gleichen Monat trat man im benachbarten Gereuth an, um seinen Teil für einen würdigen Rahmen mit der Teilnahme am Festzug zum 25-jährigen Bestehen der Blaskapelle Gereuth beizutragen. Im August 1998 folgte man gerne der Einladung zum Jubiläumsfest 75 Jahre Bundesmusikkapelle Strass im Zillertal vom 07. – 09. August 1998. Der zweitägige Aufenthalt frischte die alten Beziehungen wieder auf, nachdem der letzte Besuch der Musiker aus Straß bereits wieder 8 Jahre zurücklag und sich dabei neuen Musikergenerationen beider Seiten kennenlernen konnten. Im Festprogramm stand neben dem Festumzug auch die Gestaltung des Frühschoppens zusammen mit dem Musikverein der Stadt Kloten bei Zürich in der Schweiz. Im Ergebnis dieser Reise wurden Einladungen an beide Vereine für ein Wiedersehen in Ebern zum 40-jährigen im Jahre 2000 durch Vorstand Theo Lerche ausgesprochen. Bereits zwei Jahre vorher wurde das Thema „Teilnahme an der jährlichen Steubenparade in New York/ USA“ vom 3. Vorstand Siegfried Hegen auf der Jahreshauptversammlung 1996 zur Diskussion gestellt unter Verweis auf direkte Verbindungen zum Organisationskomitee dieser Veranstaltung, wodurch die Organisation möglicherweise weniger schwierig sein würde. Diese bestanden in der Person von Vorstandsmitglied Waldemar Garreis, der über verwandtschaftliche Bindungen in den USA einen direkten Draht zum Organisationskomitee hatte. Nachdem auch der neue Vorsitzende Theo Lerche und Dirigent Werner Höhn für dieses „Projekt“ zu gewinnen waren, wobei die Hauptbedingung eine spielfähige, ausgeglichen besetzte Blaskapelle war, starteten nach intensiven einjährigen Vorbereitungen am 9. September die 65 Teilnehmer, darunter 40 Musiker und Musikerinnen unter der Leitung von Waldemar Garreis, Theo Lerche und Siegfried Hegen zu der zwölf Tage währenden Reise in die USA von Frankfurt mit dem Flugzeug nach New York. Eine Rundreise führte bereits am ersten Tag nach der Ankunft in den kleinsten der 13 Gründerstaaten an der Ostküste der USA nördlich von New York, dem US-Bundesstaat Connecticut, wo man auf Einladung der Fa. FTE automotive aus Ebern im Hauptquartier des damaligen ECHLIN-Mutterkonzerns in Branford klingende Grüße überbringen konnte. Herr Fischenich, Geschäftsführer bei FTE automotive in Ebern, hatte es sich nicht nehmen lassen, diesen Termin anlässlich einer Geschäftsreise abzuzweigen und die begeisterten Eberner Musiker durch diesen Tag zu führen. Der zweite musikalische Auftritt des Blasorchesters stand am Sonntag, dem 12. September, dem 4. Reisetag, beim regionalen „25. Annual German-American Heritage Festival“ in Holmdel im Bundesstaat New Yersey südlich von New York an, einem der jährlichen Treffen ausgewanderter Deutscher und deren Nachkommen im Vorfeld der Steuben-Parade, wo alle diese Vereinigungen dann bei den beiden großen Paraden in New York und Philadelphia vereinigt sind.

1998 bei der Steuben Parade auf der Fifth Avenue in Manhattan, New York am 19.08.1998 entlang des Central Parkes

1998 bei der Steuben Parade auf der Fifth Avenue in Manhattan, New York am 19.08.1998 entlang des Central Parkes

Am Nachmittag konnte das Blasorchester im Vorprogramm des Auftrittes von „Heino“, dem über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten Sänger volkstümlichen Liedergutes, vor ca. 8 000 begeisterten Zuhörern mitwirken. Die Rundreise führte dann nach Süden von New York aus über Baltimore nach Philadelphia, der Bundeshauptstadt Washington, wo man im „Old Post- Office“ am 6. Reisetag ein weiteres Konzert und ein umfangreiches Besichtigungsprogramm absolvierte, weiter nach Williamsburg in Virginia zu den geschichtlichen Wurzeln der heutigen USA, um über Norfolk mit Überquerung der Cheasapeake Bay wieder nordwärts über das Spielerparadies der Ostküste, Atlantic City, am 18. September vormittags um 10.30 Uhr wieder in New York rechtzeitig zum Empfang der 37 europäischen Teilnehmergruppen aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und Luxemburg zur 41. Steubenparade durch den OB der Stadt New York, Rudolph W. Guiliani dabei zu sein. Unter den Folklore und Trachtengruppen, Traditionsvereinen, Landsmannschaften, Spielmannszügen waren dieses mal lediglich 3 Musikkapellen, darunter das Blasorchester Ebern. Am Abend dieses 9. Reisetages gestaltete man mit zünftiger Blasmusik bei den „Gemütlichen Enzianern“ im Stadtteil Queens in New York den Traditionsabend des Vereines, über den Waldemar Garreis die wesentlichen Kontakte für diese Reise herstellen konnte. Die Steuben-Parade ist ehrenamtlich organisiert und nach Baron Friedrich Wilhelm von Steuben (1730–1794) benannt, der als Truppeninspekteur großen Anteil am Sieg von George Washington im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg hatte. Die Parade macht die amerikanische Bevölkerung auf die bedeutende Rolle der Deutschamerikaner in den USA aufmerksam. Die jährlich rund 450 teilnehmenden Gruppen sind in der Mehrzahl deutsch-amerikanische Vereine, Vertreter der öffentlichen Dienste und kulturelle Organisationen. Der 10. Reisetag, der Tag der Parade auf der Fifth Avenue am 19. September von 63th bis zur 86th Straße unmittelbar entlang des Central Park, begann am morgen um 9.30 Uhr mit einem Hochamt in der St. Patrick’s Cathedral, das in deutscher Sprache von John O‘ Connor, dem Kardinal von New York, zelebriert wurde. Dabei konnte das Blasorchester Ebern vor mehr als 3500 Besuchern diesen Gottesdienst mit festlicher Kirchenmusik würdig mitgestalten. Der Festzug begann mit den üblichen Verzögerungen solcher Großveranstaltungen, wodurch den Musikern, die den Bayernblock als siebten von neun landsmannschaftlichen Blöcken anführten, genügend Zeit bis zum eigenen Start verblieb, den Festzug zunächst selbst als Zuschauer mitzuerleben. Den Schätzungen der Medien zufolge säumten über eine halbe Million Zuschauer dieses Spektakel direkt die Strecke, wobei die Eberner Musiker in der Direktsendung des Zweiten Deutschen Fernsehen in Deutschland minutenlang gezeigt wurden. Nach dem Auslauf in der 86. Straße stand ein Liveauftritt im Festzelt des ZDF im Central Park an, in dessen Verlauf die Eberner Musiker auch Stars wie „Freddy“ persönlich kennen lernen konnten. Der Abend brachte nochmals einen mehrstündigen Unterhaltungsauftritt beim Traditionsverein der „Vereinigten Bayern von New Yersey und Groß New York“, ehe man todmüde im Hotel „New Yorker“ am Madison Square Garden in die Betten sank. Nach einem ausgiebigen Sightseeingund Einkaufsprogramm am Sonntag und Montag, dem 11. Und 12. Tag, trat man am Montagabend den Rückflug nach Frankfurt an, um am Dienstag Nachmittag den 22.09.1998 in Ebern einen begeisterten Empfang mit dem 1. Bürgermeisters der Stadt Ebern, der Blaskapelle Unterpreppach und dem Bayerischen Rundfunk, Mainwelle Franken zu erleben. Drei Wochen später, anfangs Oktober 1998, fand die vorerst letzte DVV-Veranstaltung der Wanderabteilung des Blasorchesters Ebern mit den 29. IVV-Wandertagen statt. Nach 26 Jahren ging eine im Jahreszyklus der Veranstaltungen des Blasorchesters Ebern fest verankerter Termin zu Ende, die im Rahmen des Deutschen Volkssport Verbandes DVV eingebettet war. Diese Internationale Volkssport Veranstaltung IVV, wurde in Ebern als Wanderververanstaltung mit 10km, 20km und 30km-Strecken abgehalten, mit deren Absolvierung der Nachweis auch für das Deutsche Leistungssportabzeichen erworben werden kann. Sie verschaffte dem Blasorchester aber auch der Stadt Ebern über Landesgrenzen einen einschlägigen Bekanntheitsgrad und half über lange Jahre einen nicht unerheblichen Teil der unabdingbaren Finanzmittel für die Führung eines großen Vereines mit zu erwirtschaften. Der nicht einfache Entschluss der Vereinsführung, diese Veranstaltung künftig nicht mehr durchzuführen war nicht kurzfristig begründet. So nahm die Zahl der Besucher der allgemein abflauenden DVVWanderbewegung Jahr für Jahr ab, genauso wie die Anzahl der aktiven Wanderer in der Wanderabteilung. Seitens der Vereinsführung wurde es zudem immer schwieriger, die zahlreich benötigten Helfer für die Durchführung dieser Veranstaltung zu rekrutieren, genauso wie keine Nachfolger für die langjährigen Wanderwarte Geo Müller und Josef Einwag mehr zu gewinnen waren. Diesen beiden Wanderwarten, welche sich seit etwa 1983 besonders in der seit 1972 bestehenden Wanderabteilung engagierten, zusammen mit Bernhard Nagengast, Karl Heinz Schmitt und Ehefrau Christa Schmitt als Kassenwartin, sei an dieser Stelle ein besonderer Dank für die langjährigen Verdienste um das Blasorchester Ebern ausgesprochen. Nach langen Jahren der Arbeit in und um den Verein lud der im Frühjahr aus dem Amt geschiedene Vorsitzende Fritz Hagel am 21. Oktober 1998 zu seinem 78. Geburtstag die neue Vorstandschaft neben vielen anderen Gästen ins Probenheim zu einem gemütlichen Beisammensein ein. Am 27. März 1999 fand das Frühjahrskonzert zusammen mit der Jugendblaskapelle Coburg statt. Die durchschnittlich jüngeren Coburger Musiker und Musikerinnen, die bereits im Rundfunk aufgetreten waren, überzeugten mit ihrem musikalischen Streifzeug durch die Welt und bekamen rauschenden Beifall. Im Mai bereicherten die Eberner Musiker im Gegenbesuch das Frühjahrskonzert der Coburger vor einer vollbesetzten Turnhalle in Scheuerfeld bei Coburg. Bereits in der ersten Juniwoche war das halbe Blasorchester Ebern zu einer erlebnisreichen Begegnung in die Stadt Lindesberg/ Kreis Örebro in Schweden aufgebrochen um als Teil des Kreisorchesters des NBMB unter Stabführung von Kreisdirigent Werner Höhn als Begleitung einer offiziellen Delegation des Landkreises Haßberge unter persönlicher Führung von Landrat Handwerker eine Partnerschaft mit ersten direkten Kontakten auch musikalisch einzuleiten. Der Juni 1999 brachte noch die Teilnahme am Festzug beim Bundesbezirksmusikfest zum 40- jährigen Vereinsjubiläum bei der Blaskapelle Merkershausen im Grabfeldgau, wo man sich einen ersten Vorgeschmack für das bevorstehende eigene Jubiläum holen und diese Eindrücke und Informationen einen Monat später beim Musikverein Dankenfeld anlässlich der Teilnahme am Festzug zum 30-jährigen Bestehen des Vereines im Rahmen eines Kreismusikfestes noch vertiefen konnte. Im November 1999 folgte das Blasorchester bereits zum achten Male der Einladung des Kreises Haßberge im Nordbayerischen Musikbund zum Konzert mit Kritikspiel in der Franz- Hofmann- Halle in Knetzgau. Nach einem Ausflug in das Oberaurachtal-Zentrum in Dankenfeld ein Jahr zuvor, kehrte man wieder zurück nach Knetzgau, wo interessierte Musikvereine aus dem Landkreis Haßberge in einer Abendveranstaltung ein großes Publikum begeistern. Dieses im Jahre 1984 unter der Schirmherrschaft der Sparkasse Ostunterfranken ins Leben gerufene Konzertspiel ermöglicht den teilnehmenden Musikkörpern ihr Können vor einer großen Zuhörerkulisse zu präsentieren, zudem aber auch den leistungsorientierten unter ihnen eine Standortbestimmung mit selbst ausgewählten und von einer fachkundigen Jury bewerteten Musikstücken vorzunehmen. Der Herbst 1999 stand schon im Zeichen der ersten Vorbereitungen für das 40-jährige Jubiläum im Jahre 2000. Bereits im Jahre 1998 unter Nachwirkung der Eindrücke der USA-Reise hatte sich die Vorstandschaft entschlossen, dieses Vereinsjubiläum im Rahmen eines Bundesbezirksmusikfestes durchzuführen und sich bei der Bezirksleitung erfolgreich beworben. Mit der Bildung des Festausschusses unter Leitung des 1.Vorsitzenden Theo Lerche wurden die Termine für ein Jubiläumskonzert im Mai 2000 , den Festkommers im Juni 2000 und dem Bundesbezirksmusikfest für den 07. – 10. Juli 2000 festgelegt. Als Gastkapellen konnten wie bereits vor 10 Jahren die befreundete Bundeskapelle Straß aus dem Zillertal in Österreich und der Musikverein Roggenbeuren gewonnen werden und erstmals der Musikverein St. Georgen aus Südtirol in Italien gleichwie die Stadtmusik Kloten aus der Schweiz. Unter großer Zuschauerresonanz wurde dann im Jubeljahr am 13. Mai 2000 das Jubiläumskonzert zum 40-jährigen Bestehen in der Aula der Hauptschule Ebern abgehalten, in welchem Dirigent Werner Höhn mit einem anspruchsvollen Programm mit dem Blasorchester Ebern die Besucher überzeugen konnte. Stürmischen Beifall fanden dabei die Einlagen ehemaliger Musiker des Blasorchesters Ebern, die einer entsprechenden Einladung gerne gefolgt waren und teilweise nach Jahrzehnten erstmals wieder ein Instrument in die Hand genommen hatten. Im vierzigsten Jahr seiner Gründung beträgt die Vereinsgemeinschaft seit fast 10 Jahren unverändert 300 Mitglieder, darunter die rund 60 Musiker und Musikerinnen. Der Abriss dieser in Anbetracht der unzähligen Vereinsaktivitäten kurzen Vereinschronik wäre jedoch unvollständig ohne einen Wort des Dankes und Anerkennung an Vorstände, Vorstandsmitglieder, den Musikern und Musikerinnen, den Gönnern des Vereines und an die große Zahl der freiwilligen Helfer über die vier Jahrzehnte des Vereinsbestehens auszusprechen, die teilweise in selbstloser Weise zum Verein standen und stehen und viel Idealismus bewiesen haben. Aus der jüngeren Vereinsgeschichte muss hier besonders der Ehrenvorsitzende Fritz Hagel erwähnt werden, der es von 1983 bis 1998 als 1. Vorsitzender verstanden hatte, das Vereinsschiff durch alle Stürme umsichtig zu führen und damit bisher die längste Amtsperiode im Verein innehatte. Die amtierende Vorstandschaft unter Führung von Theo Lerche hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, dieses Werk in gleicher Weise im Dienste der musizierenden Jugend Eberns weiterzuführen.

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